Spielbericht Ligacup Herren 1. Runde

26.05.18, 1. Cup-Runde. Gegner: Kestenholz, Spielort: verfluchter Tempel zu Gerbrunnen (nicht zu verwechseln mit dem beim Golfplatz). Es war nicht unser Spiel, 1. Drittel gut, 2. Drittel schlecht und 3. Drittel alles nach vorne und Torhüter raus. Kestenholz insgesamt besser und verdienter Sieger.
Aber muss euch noch kurz was erzählen…
Wochen danach konnte ein Kollege mich tatsächlich überreden, mit ihm ins Fitnessstudio zu gehen. Noch nie zuvor hatte ich ein solches Etablissement des Schweisses, Schlabber-Tank-Tops und der Selbstdarstellung betreten. Nun, da stand ich also, wartete auf den Herrn mit voluminösem Haar. Ein paar Minuten vor unserer abgemachten Zeit erreichte mich ein virtueller Briefumschlag: „ Sorry Alter, schaffe es heute nicht mehr.“ Da dachte ich mir: „Naja, wenn ich schon Mal hier bin, kann ich mir das ganze trotzdem Mal ansehen“. (Für den gewieften Leser: Ja, ich war tatsächlich vor der abgemachten Zeit da)
Ich betrat das besagte Pumphäuschen, da kam der Haus-Arnold auf mich zu. Der gute Herr sah aus, als hätte er gerade eine 10er Karte im Solarium heruntergesonnt, eine Haut wie eine Lederschürze. Er legte los (ich nenne ihn mal Mike)M:“ Hallo, ich bin Mike! Wie sieht es aus, Schnupperkurs gefällig?“ Ich so: „Nö…“. Er schien gut drauf zu sein und lies nicht locker: „Pass auf Maestro, ich zeig dir ein paar Geräte“. Darauf folgte ich diesem sprechenden IKEA-Schrank in die Trainingsräume.
M:„Das hier ist ein Stepper!“ eröffnete er sein Plädoyer. A:„Den hab ich Zuhause auch, aber ich nenne das Ding Treppe. Habe sogar die Trainingsstufe – Einkaufstüte voll -“. M:„Schau, das ist spinning!“ A:„Nö, das ist ein Fahrrad, mit dem du nie am Ziel ankommst“ entgegnete ich ihm.
Wir liefen nun an den Laufbändern vorbei…M: „Wie wäre es mit einer Runde auf dem Laufband?“ A: „Als ich zum letzten Mal auf dem Laufband war, haben sie mich aus dem Migros geworfen.“ Der gute Michael war nun der Verzweiflung nahe. M: „Aber bei uns lernst du richtig zu atmen!“…ich sagte nur: „Hör mal zu, bin 24, hier und lebe, ich mache irgendetwas richtig. Muss auch zugeben, ich atme sehr gerne, ist schon fast zum Hobby geworden“.
Ich erlöste ihn und machte mich alleine auf Entdeckungsreise durch dieses Spiegelkabinett, welches ich im ähnlichen Stil zuletzt auf dem Rummelplatz gesehen habe. Nicht zu übersehen war auch, dass sich die Leute direkt vor die erwähnten Spiegel platzierten, ihre Hanteln unfachmännisch bedienten und sich an ihren Spiegelbildern ergötzten. Es wurden mehr Selfies geknipst als Kilos gedrückt.
Danach ist mir ein Gerät besonders ins Auge gestochen. Ich habe mich auch prompt dafür interessiert und gleich Mal eine Cola gezogen. Nun war „gnue Heu donde“ und machte mich auf den Weg zum Ausgang. An einer Theke kam ich noch vorbei und fragte freundlich ob man mir nicht noch ein Bier zapfen könnte. Das kam nicht so gut an und ich verlies das Studio.
Ein paar Erinnerungsfetzen an das Cup-Spiel habe ich noch: Löru mit einem frechen Penalty-Tor. Im ersten Drittel spielten wir nach dem Penalty-Tor wirklich gut und konnten einen 0:3 Rückstand wieder ausgleichen. Es flogen wieder diverse Spieler über die Banden. Provokationen und Dreckeleien waren im Minutentakt zu erspähen. Binder zerschlug nach dem gefühlt fünften Ball in unser verlassenes Tor seinen Schläger am Pfosten. Dieses Geld hättest du auch cleverer investieren können, alter Knabe 😉
Auch wenn dieser Bericht nicht viel mit dem Spiel zu tun hat, – dies aus den Gründen: Keine Zeit wegen Prüfung und Kantonalturnfest, dadurch weiss ich auch fast keine Details mehr –. Vielleicht hatte ich auch einfach keine Motivation über eine satte 6:17 Klatsche zu berichten 😉

Die Moral der Geschicht: Muckibuden mag ich nicht.
Merci Chräbs!
Hochachtungsvoll
Andreas Weissenegger: Typ, welcher sein Fitnessprogramm im Arbeitsalltag integriert hat.