Spielbericht 5. Meisterschaftsrunde 4. Liga KF

Zu wenig konstant für 4 Punkte
Es ist Sonntagnachmittag, ein mit Fettspritzern übersäter Kalender an der Wand der sympathischen Spelunke zeigt den 7. Januar an. Das Team sitzt beisammen, verzehrt eine fetttriefende Pizza oder einen würzigen Kebap. Den Jungs sind zwei Wochen Festschmaus und übermässiger Alkoholismus anzusehen. Wir alle trugen ein paar hundert Gramm Wohlstand mehr auf den Rippen. In der Flimmerkiste, welche ihre besten Tage schon hinter sich hat, tänzeln mutige Wintersportler den beängstigend steilen Schlusshang des Chuenisbärgli ob Adelboden herunter. Der Tausendsassa Marcel Hirscher schleppt sich ins Ziel. Bei der Einfahrt johlt und pöbelt der Trimbacher Mob hämisch. Der berühmteste österreichische Ski Rock‘ n Roller hat wieder einmal triumphiert. Zuvor reflektierte das Team den vergangenen Spieltag…
Im ersten Spiel, gleichzeitig das Letzte der Hinrunde, kam es zum Derby gegen die „Schieber“ aus Kappel. Das Spiel begann kontrolliert, ohne grosses Spektakel. Beide Mannschaften erspielten sich diverse Chancen, aber keiner brachte die Kugel im Gehäuse unter. Nach zehn Minuten eröffneten wir endlich das Score. Tormann Graf, welcher eine ausgezeichnete Partie ablieferte, lancierte Coray per Auswurf, welcher via Weitschuss zum 1:0 einnetzen konnte. Der Rest der ersten Halbzeit war weiter bodenständiges Unihockey-Handwerk ohne grossen Glanz und Gloria. Im zweiten Abschnitt ging es im Gleichen Rhythmus weiter. Das Motto lautete: Viele Chancen, keine Tore. Wir überzeugten ebenfalls mit guter Defensivarbeit. Zur Mitte der zweiten Halbzeit erhöhte Dobler (Pass Hurni) mit einem satten Schuss auf 2:0. Das Tor wirkte wie ein Weckruf! Wir spielten frei von der Leber weg zügig nach vorne. Nico Stampfli erlief sich im Laufduell den Ball, passte in den Slot, wo Binder mutterseelenallein die Kugel „Schuss für Ehre, Hände zu Tell“ unter die Latte ballerte. Kurz danach hämmerte Hug den Ball Volley ins Netz, 4:0! Die Suppe schien nun ausgelöffelt und wir spielten die Partie souverän nach Hause. Eine Frage stand noch im Raum: Shutout oder nicht? Antwort: Nein! Nach einem unnötigen Eigenfehler erzielte Kappel 30 Sekunden vor Schluss den Ehrentreffer zum Endstand von 4:1. Das war eine saubere Leistung Männer!
Im zweiten Spiel wartete der Leader, die exklav-Solothurner aus Flüh-Hofstetten-Rodersdorf. Wir starteten fulminant mit Toren von Binder (Pass N. Stampfli) sowie Denis Stampfli (Pass Gurzeler). Danach erwachte der Leader und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Flüh schien einen Zacken spritziger und erzielte ihr erstes Tor. Nach dem Ausgleichstreffer schafften sie es im Powerplay sogar, in Führung zu gehen. Turbulente Szenen folgten im Anschluss. Coray kam einen Schritt zu spät und schlug dem Torhüter von Flüh auf die Pfoten. Dieser rastete kurz aus und kassierte nach seiner verbalen Entgleisung eine 2‘+10‘ Strafe. Dieses Powerplay vermochte Gurzeler (Pass Hoffmann) auszunutzen. 3:3! Das Spiel wurde nun leicht gehässig und wild. Flüh schien das mehr zu liegen und konnte wieder in Führung gehen. Nico Stampfli’s kurzer Aussetzer mit dem Chip ins eigene Tor vereinfachte unsere Situation auch nicht gerade 😉 Am Gesichtsausdruck von Coach Schenker liess sich das Spielgesehen förmlich ablesen. Der Gegner war phasenweise ein Schritt schneller und vor allem effizienter im Abschluss. Lustig anzusehen war Flüh’s Frontmann, welcher mit seinem Stock herumwedelte wie ein Dirigent auf Koks. Die hüftsteifen Tanzeinlagen hatten aber keine Wirkung auf das Spiel. Durch ein Freistosstor von Coray (Pass Hurni) verkürzten wir auf 4:6. Der Gegner antwortete wieder postwendend mit dem 4:7. Nun setzte Coach Schenker alles auf eine Karte und öffnete die Scheunentore. Das 4gegen3 sah nicht schlecht aus, war aber zu wenig gefährlich, sodass insgesamt 4 Gegentore ins verlassene Gehäuse kassiert wurden. Der Endstand von 4:12 ist definitiv zu deutlich und nicht dem Spiel entsprechend. Aber: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.
…Mittlerweile hatte der Frittenbudengeruch schon unsere Kleider eingenommen. Den 3. Tabellenrang haben wir in der dünnen Känerkinder‘schen Bergluft erfolgreich verteidigt. Weiterhin ist der Grossteil der Teams nahe beieinander, somit alles (oder vieles) möglich. Die Gang machte sich auf den Weg nach Hause, ehe man sich am Dienstag zur nächsten „Chneblete“ trifft.

Hochachtungsvoll
Andreas Coray, Songwriter von „die Stühle“ mit den Welt-Hits: „Ein Leben unter’m Tisch“, „gepolsterte Gespräche“, „Reise nach Jerusalem“ und „Morgen ist Sperrmüll!“