Schweizer Cup Damen 1/16-Final: UHC Trimbach – Red Lions Frauenfeld

Die Damen des UHC Trimbach erhielten gleich zu Beginn der Doppelrunden-Saison eine anspruchsvolle Aufgabe. Nachdem am Vorabend die italienische Schweiz in der Gerbrunnenhalle zu Gast war, konnten nun die Thurgauerinnen aus der Nationalliga A begrüsst werden. Zwar bringen die Spiele im Cup keine Punkte auf das Meisterschaftskonto, umso mehr geht es dabei aber um Prestige. Bei der letzten Begegnung der beiden Teams, erkämpften sich die damals noch in der NLB spielenden Hauptstädterinnen einen 7:1 Sieg gegen die ebenfalls noch tiefer spielenden Zweitligistinnen aus dem kleinen Trimbach.

Nach der Niederlage am Samstagabend, war ein Sieg zwar ein schönes Ziel, realistisch betrachtet galt es aber vor allem, den in der Königsklasse spielenden Löwinnen ein Bein zu stellen. Dass die Trimbacherinnen, den zumindest auf dem Papier stärkeren Gegnerinnen durchaus gefährlich werden können, haben sie im Vorjahr gegen das NLB-Team aus Zäziwil bewiesen. Dort wurde erst in der Verlängerung entschieden wer eine Runde weiter kommt.

Auch in diesem Spiel um Alles oder Nichts, stellte Graber seine Frauen in drei Blöcken auf, dieses Mal jedoch ohne Verstärkung aus der Juniorinnen Abteilung. Diese hatten nur wenige Minuten vorher ihre erste Meisterschaftsrunde erfolgreich beendet. Die Kräfte sollten deshalb eingeteilt werden. Dies gestaltete sich schwierig, denn schon von der ersten Minute an machten die weiss gekleideten Löwinnen Tempo und Druck aufs Tor. Das angeblich härteste Sommertraining aller NLA-Teams zeigte seine Wirkung.  Die Solothurnerinnen waren gefordert, hielten aber mit allem was sie hatten dagegen. Leider auch mit nicht ganz erlaubten Körperteilen und so wurde bereits nach 5 Minuten in Unterzahl weitergespielt.  Wer es nicht bereits wusste, lernte es jetzt, die Solothurnerinnen laufen in Drucksituationen zu Höchstform oder eben zu Konterattacken auf. Sie überstanden nicht nur die 2-Minuten-Strafe ohne weiteren Schaden, sondern brachten ihrerseits die Frauenfelderinnen immer wieder in Bedrängnis. So fehlte nur wenig zum Torerfolg, als Zedi, die sonst in der Verteidigung spielt, ihre Offensivkräfte entfaltete. Letztlich waren es dann aber doch die Gäste, die als erste das Runde ins Eckige brachten. Gleich zweimal traf Leone auf Pass von Räss. Mit dem Spielstand von 0:2 ging es schliesslich in die erste Pause.

In der Garderobe wurde ein erstes, durchaus positives Fazit gezogen. Die 7000 Einheiten auf dem Schrittzähler sollten bis zum Schlusspfiff noch weit in den fünfstelligen Bereich ausgebaut werden. Doch von Müdigkeit in den Beinen war nichts zu spüren. Das lag vielleicht am Adrenalin oder anderen Glückshormonen, die durch die Adern der Spielerinnen flossen. Diese hatten gemerkt, dass ihre Gegnerinnen keine Übermenschen, sondern Unihockeyspielerinnen mit Stärken und Schwächen sind. Nach einigen taktischen Inputs des Staffs, starteten die Gladiatorinnen wieder in die Arena um sich dem Löwen zu stellen.

Leider war das Glück wohl aber nur in den Venen und nicht auf den Stöcken zu finden. Mal für Mal kamen die Gastgeberinnen dem gegnerischen Tor näher, scheiterte dann aber spätestens an Zell, die ihren Kasten sauber hielt. So waren es wiederum die Frauenfelderinnen, die zuerst trafen. Genau zur Halbzeit des Spiels gelang es schliesslich auch den Blauen die Torhüterin zu bezwingen. Hämmerli hatte sich einmal mehr bis vor das gegnerische Tor durchgekämpft und wurde dafür schliesslich mit einem Zähler belohnt. Obwohl nun in regelmässigen Abständen Schüsse auf das Thurgauer Tor kamen, wollte keiner mehr den Weg ins Netz finden. Auf der anderen Seite hatte die Defensive alle Hände voll zu tun. Was nicht bereits von den Spielerinnen geblockt wurde, verhinderte schliesslich Andres die Torlinie zu überqueren. Zur zweiten Pause stand jedoch wieder eine Minus- 2-Bilanz in der Trimbacher Drittelsrechnung. 1:5 war allerdings ein Resultat, mit dem man leben konnte. Spätestens nachdem klar geworden war, dass die Höhle des Löwen nicht ganz so unbezwingbar war wie zwischenzeitlich gedacht, dürstete es die Trimbacherinnen nach mehr.

Die motivierenden Worte der Trainer mobilisierten noch einmal die letzten Kräfte. Der erhoffte Nachfolgetreffer blieb zwar aus, doch auch die Ostschweizerinnen hatten ihre Mühe, Lücken zwischen den flinken Händen und Füssen der blauen Abwehr zu finden. So gelang es den Ostschweizerinnen nicht ,während einer weiteren Überzahl zu punkten. Davor und danach fand aber doch je ein Ball den Weg ins Netz. Somit wurde der Spielstand, wie bereits bei der letzten Begegnung der beiden Teams, mit 1:7 verbucht. Schliesslich musste man sich eingestehen, dass der Gegner einfach eine Klasse besser war. Nichts desto trotz konnte jede Spielerin stolz darauf sein, über sich hinaus gewachsen zu sein.

UHC Trimbach –Sporthalle Gerbrunnen Trimbach, 72 Zuschauer.

Tore: 11. Leone (Räss) 18. Leone (Räss), 24. Fässler, 25. Mahler, 30. Hämmerli, 34. Niessner (Kuhn), 44. Beck, 49. Hofmann (Evans)

Strafen: 2x 2 Minuten gegen Trimbach; 1x 2 Minuten gegen UH Red Lions Frauenfeld

UHC Trimbach: Andres, Blättler, Di Nicola, Gmür, Grütter, Gurtner, Hell, Lang, Hämmerli, Rösli, Rütimann, Sigrist, Wagner, Wollschlegel, Wernli, Zedi, Ohne: Bortis, Cordi (verletzt) Sigl, (abwesend)