Bericht bisherige Meisterschaftsrunden Herren 4. Liga

Geschätztes Lesevolk, Wortartisten und Stocksportverrückte,

ich melde mich aus einer etwas längeren Kreativpause zurück. Mittlerweile haben die Trimbacher Herren schon sieben von neun Spieltagen der Saison 19/20 absolviert. Dies sollte eigentlich ein griffiger Rückblick über die letzten Monate werden.
Wenn ich mich richtig besinne, ist der letzte Bericht im sich wieder sehr weit weg anfühlenden Jahr 2019 erschaffen worden. Seither ist viel Wasser die Aare herabgeflossen (was für eine scheiss Floskel). Der Dezember brachte nicht nur viele Festivitäten und gepflegten Alkoholismus mit sich, sondern verbreitete mit dem Nichterscheinen der Himmelsflocken und dem systematischen Überkonsum von Weihnachtsmärkten und Zimtsternen quasi Weihnachtsstimmung. Der Dezember brachte unserer Herrenmannschaft hart erkämpfte vier Punkte aus vier Spielen ein. Wie so oft zeigten wir eine gute und eine schwache Partie. Coach Schenkers Nerven will diese Saison definitiv niemand haben. Dagegen wäre ein Besuch im Verzasca-Tal zum Bungee springen pure Erholung.

Stellt euch nun vor, ihr steht in dreckigen Überhosen vor einem viergeschossigen Neubau, neben euch wurden gerade zwölf Paletten Parkettboden abgeladen. Die Motivation ist in diesem Fall nicht am Überborden…nachvollziehbar. Naja, irgendwann muss man beginnen, so packten wir je zwei Stück und los ging das Ganztages Fitnessprogramm für Arme, Beine und Po. Wir betraten das Wohnobjekt und erspähten einen Lift. Es war ein Glücksgefühl vorhanden, das kann man sich nicht vorstellen. Umso tiefer war der Fall in eine leichte Depression, nachdem mein Kumpel festgestellt hatte, dass der Lift noch ausser Betrieb ist. Alle Gebete, Kraftausdrücke und eine Prise Galgenhumor halfen nichts, Hand auf Herz, Füsse auf den Tisch, wir mussten die Beine unter die Arme nehmen. Das stundenlange Treppensteigen wurde zum mentalen Kampf. Pro Stockwerk begegnete man aber immer wieder den gleichen Arbeitern anderer Berufsgattungen, mit welchen man von Zeit zu Zeit eine Art humoristisch-mobile Fernbeziehung führte. Da war einerseits der Italiener Paolo, früher Babo-Barbier mit der flinken Schere, heute Gipser. Seine Spässe, wilden Gestiken und Lachkrampfmimiken waren legendär, auch wenn wir nur die Hälfte verstanden hatten. Im zweiten Stock wartete jeweils Onyemaechi, Maler und ursprünglich aus dem Kongo. Die Fragestellung in der Bedeutung seines Namens: «Wer weiss, was morgen ist» konnten wir mit ziemlicher Sicherheit beantworten, nämlich heftigen Muskelkater an Stellen, von denen man nicht weiss, dass da überhaupt Muskeln existieren. Er versuchte uns mit Gesang und seinem afrikanischen Rhythmusgefühl stets zu motivieren, ein herrlicher Typ. Zu Oberst war der Ur-Basler Heini tätig. Ein wahrer Gaukler, welcher uns jeweils nach gefühlt jedem dritten Aufstieg auf den Mount Everest mit einem Schnitzelbangg empfing. Dank solch herrlichen Leuten wurde die Knochenbüez sehr kurzweilig.
Unihockeytechnisch brachte uns der Januar keine Schönheitspreise. Er zeigte eher Parallelen zum mentalen Kampf des Parkettschleppens auf und liess Liebhaber des körperbetonten Sports jubeln. Einen Spieltag, nur sechs Feldspieler und irgendwie einen Punkt aus Wangen gerettet. Die Aufholjagd gegen Liestal war geradezu episch, um so frustrierender war das Drama gegen Nuglar, welches nun im Buch «100 spektakulärste Niederlagen der Sportgeschichte» auf Seite 53 zu finden ist.

Im Februar durften wir unsere Heimrunde durchführen. Zwei prestigeträchtige Spiele standen auf dem Programm. Gegen Wangen mussten wir uns nach einem emotionalen und kampfüberbetonten Spiel geschlagen geben (lag vielleicht auch noch etwas an der Vorgeschichte). Gegen Kappel gaben wir den Vollerfolg zehn Sekunden vor Ende aus der Hand und konnten uns immerhin ein Unentschieden gutschreiben lassen.

Nun stehen wir zwei Runden vor Saisonende im luftlehren Tabellenraum. Auffallend: Die meisten der letzten Spiele waren eher kampfbetont…woran das wohl liegen mag?

Hochachtungsvoll

A.Coray: excusez-moi, bin etwas abgedriftet

Anmerkung: Es folgen nächstens ein paar Zeilen zum Saisonabbruch durch das Corona-Virus

Spielberichte 3. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Lehrreicher Sonntag für das Herrenteam

Kaum zu glauben, in vier Wochen ist schon wieder Heiligabend. Nun, dann präsentiere ich jetzt schon mal ein paar tiefsinnige Gedankengänge und quasi ernst gemeinte Ratschläge für den Endgegner Weihnachten.
Ihr wisst, der Anpfiff zur Besinnlichkeitsoffensive steigt am 1. Advent und zwar spätestens ab diesem Tage müsst ihr dann auch performen! Stichworte wie „selbstgebacken schmeckt am besten“ und „zur Mitte, zur Ti..e, zum Sack, zack zack!“ gehören zur gängigen Praxis.
Thema Verschwörungstheorien: Die Erwachsenen sprechen sich einmal im Jahr ab, um den eigenen Kindern Blödsinn über die Herkunft der Geschenke zu erzählen. Da sparen sich die Leute das Geld für die Geschenke, um ihre kleinen Rotzlöffel zu beschenken und behaupten dann, sie wären es nicht gewesen.
Wenn sie Weihnachten einer Person Respekt erweisen wollen, dann ja wohl dem Paketboten. Er ist nämlich dermassen damit beschäftigt den gesellschaftlichen Materialismus an die Türen zu liefern, dass er selbst auch nur im Internet bestellen kann. Also gut möglich, dass sich der arme Mensch seine eigenen Geschenke liefern muss.
Sucht zudem zeitig den Einzelhandel auf. Ihr wisst ja wie es läuft… 2. Dezember:  Heute kaufe ich in Ruhe einen Duft für meinen Lieblingsmenschen. Er sollte harmonisch sein, lange haften und vielleicht sogar einen Hauch Verführung versprühen. Ich lasse mir Zeit und schaue was ich in aller Ruhe finde…18. Dezember: husch husch ein guter Duft muss her, nicht zu teuer aber gut wäre schön…24. Dezember: Irgendetwas, scheissegal, Hauptsache es riecht!
Jedes Jahr wollen wir daraus lernen und es nächstes Jahr besser machen (oder in diesem Fall früher), meist doch erfolglos.

Apropos lernen, es war ein überaus lehrreicher erster Novembersonntag in Nuglar. Vielleicht philosophierten wir zu viel über das in Sichtweite befindende und vor sich her dampfende Atomkraftwerk nach und verloren so den Blick auf das Wesentliche ;). Wir spielten so klangvoll und elegant wie eine 5-saitige Stromgitarre mit defektem Verstärker und zweitem Loch im Korpus. Unser Spiel wirkte so stabil wie ein Stuhl mit zwei Beinen. In beiden Partien verschliefen wir den Start und rannten dem jeweiligen Rückstand dem Rest vom Match hinterher. Die logische Folge: ein punkteloser Spieltag. Die beiden Gegner Flüh und Riehen spielten und bewegten sich definitiv wacher, spritziger und zielstrebiger. Gratulation zu den Punkten, wir gehen nochmals über die Bücher.

Hochachtungsvoll

A.C
Tendiert dieses Jahr zu einem vegetarischen Weihnachtsmenü. Es gibt so grossartige vegetarische Gerichte, so unfassbar leckere Kreationen mit Gemüse, welche kaum zu verbessern sind…ausser man legt ein saftiges Stück Fleisch daneben!

Spielberichte 2. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Ein Sonntag für die Geschichtsbücher
Es ist Herbst, sehr launisch, schlägt manchmal dezent aufs Gemüt: Dauermüdigkeit, Polarluft oder die Zeitumstellung, der Jetlag des Proleten. Haben sie schon Kastanienmännchen gebastelt dieses Jahr? Ich schon, das entspannt. Es gibt wenig Schöneres als im Kaminzimmer zu sitzen, zusammen mit den Kindern kleine Löcher in die Kastanien zu bohren und aus Zahnstochern kleine Beinchen zu machen… schwubdiwub ein Tier! Leider habe ich kein Kaminzimmer, geschweige denn Kinder.
Dazu kommen die längere Dunkelheit und ein altbekannter Freund namens Nebel, eintönig! Diese Komponenten machen den Aufstehprozess, bei welchem sich der Mensch mühevoll, orientierungslos und nur sehr träge aus seinem gefederten Schutzbunker quält, zu einem wahren Kraftakt. Wo ist er nur, der so sympathische goldene Herbst? Apropos eintönig: Gerne vergleiche ich die herbstliche Schattenseite mit dem Motorsport Formel 1 (Greta Thunberg soll grosser Motorsport Fan sein). Ich versteh das Konzept ja sowieso nicht, die fahren ja nirgendwo hin. Wenn man jetzt wenigstens sagen könnte: Lewis Hamilton setzt sich direkt an die Spitze, auf seiner Fahrt nach Zürich, auf der Rückbank 8m2 Teppichfliesen für Susi‘s neue Liebesoase im Niederdorf. Aber der fährt nur im Kreis, der Vogel…

Am Sonntag des 20. Oktober machten sich elf tapfere Hänsel auf die Suche nach dem Lebkuchenhäuschen und wollten der bösen Hexe ein paar Punkte abluchsen. Gretel blieb übrigens Zuhause und las ein gutes Buch. Der Weg führte uns aus dem Nebel heraus nach Riehen BS, in welchem zwei Nachbarduelle auf uns warteten. Einerseits das altbekannte Kappel, andererseits das fast neu gegründete und turmhoch favorisierte Wangen, welches aus Angst der Unterforderung? die beiden untersten Ligen lieber überspringen wollte.
Im ersten Spiel gegen Kappel darf unsere Leistung milde gesagt als „bescheiden“ betitelt werden. Kappel spielte clever und abgeklärt, wir hingegen waren im Geiste nicht wirklich anwesend und dementsprechend immer einen Schritt zu spät und generell zu ungenau. Klingt ein bisschen wie die Schattenseite des Herbstes, welcher eigentlich grosses Potential in sich stecken hätte. Logische Folge: 5:9 Niederlage.
Ehrlich gesagt weiss ich nicht mehr, was sich das Team in der Pause bis zum zweiten Spiel des Tages in die Speiseröhre geschüttet hat, es muss ein Vergnügungspark in flüssigem Aggregatszustand gewesen sein. Gegen Wangen starteten wir hellwach, schwungvoll und aufsässig.
Obwohl der Gegner phasenweise dominant auftrat, blieben wir auch dank einem sackstarken Eti im Gehäuse immer im Spiel und konnten überraschenderweise mithalten. Auch die zwischenzeitliche 3:1 Führung für Wangen interessierte uns herzlich wenig. Wir spürten, es ist möglich diesen Goliath heute zu bodigen. Keine Ahnung wann wir zuletzt so viele Meter auf dem Feld abgespult haben. Kurz vor der Pause gelang uns der 2:3 Anschlusstreffer. Aus dem Feuer, das jeder von uns in diesem Spiel in sich trug, wurden als Folge des Anschlusstores wahre Waldbrände entfacht. Nach dem Pausensäftchen war unsere junge U20 Fraktion kaum zu halten. Nun folgte die Sternstunde von Pädi Thöni. Mit zwei Treffern versetzte der wilde Jüngling den Gegner in Schockstarre und unser Team zugleich in Ekstase! Der Trimbacher Schnellzug war nun nicht mehr aufzuhalten. Nici setzte in dieser Phase noch einen drauf und markierte das 5:3. Eskalation grande! Die Wangener schienen mit dieser ungewohnten Situation nicht wirklich klar zu kommen und agierten ziemlich nervös…wir zogen unser Spiel durch und Pädi durfte sich nach seinem Schuss ins verlassene Wangener Tor sogar den Hattrick gutschreiben lassen! Die Resultatkosmetik zum 4:6 darf als Randnotiz gewertet werden.

Die Freude unsererseits war riesig! Nahestehende, welche in diesem dynamischen Sport in höheren Ligen um den gelochten Ball kämpfen, prophezeiten uns eine Niederlage im zweistelligen Bereich…naja, kann sich ja jeder einmal irren…;) Dem Gegner fügten wir die erste Meisterschaftsniederlage der Vereinsgeschichte zu…die war wohl noch nicht in der 4. Liga budgetiert gewesen.
Hochachtungsvoll
Doktor Ellbogen, ich grüsse noch den Captain von Wangen! Noch nie hat mir jemand so charmant „gesagt“, dass er sich mein Gesicht merken würde. Ich sehe das als Kompliment, bin aber nicht interessiert.
Nimm es locker alter Knabe, ein weiser Typ aus dem beschaulichen Örtchen McClellanville nähe Charleston im US-Bundesstaat South Carolina sagte einmal: Weine nicht über verschüttete Milch.

Spielberichte 1. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Punktekonto nach Saisonstart? Business as usual!

Sanz griesst liabi Laid! Die Herren melden sich wieder aus der neuen Meisterschaftssaison 19/20. Auch in diesem Sommer liessen wir den prozentualen Körperfettanteil wieder nach oben schnellen. Einmal mehr geizten wir nicht mit Grillwarenkonsum und Bierinhalationen. Den Beachbody 2019 konnten wir also schon vergessen, bevor der Sommer richtig begonnen hatte. Das Sommertraining gestalteten wir flexibel und je nach Anzahl Männers, da wir wie jedes Jahr viele Ferienabsenzen hatten. Übrigens hatte sich niemand offiziell wegen den Klimademos abgemeldet. Weitere Information aus dem Sommer: Neuer Weltmeister im Sackhüpfen wurde Housi Bigler, welcher die 100m in 15,99s überragend zurücklegte. Die Teilnehmer legten kollektiv Protest gegen die neu an den Startböcken installierten Kameras ein…die ganze Welt hatte ihre Säcke von unten gesehen.

An dieser Runde luden wir wieder einmal zur emotionalen Achterbahnfahrt ein. Im ersten Spiel der Saison bekamen wir es mit dem unbequemen Känerkinder’schen Ballsportverein zu tun. Kurz und bündig: Die erste Halbzeit verschliefen wir komplett (1:7). Unser Spiel war so unkreativ wie die Kunst von Jean Tinguely. Er schweisste auch nur Eisen zusammen und liess es quietschen. Coach S. musste unsere Schädel kurz durchschütteln und schickte uns mit neuer Motivation zurück auf den Bitz. Die zweite Hälfte gestaltete sich ausgeglichen. Mehr als Resultatkosmetik gelang uns aber nicht mehr. Das Spiel verloren wir schlussendlich 4:9.
Notiz: Als einziger konnte Nici Novak überzeugen, welcher von den A Junioren ins Herrenteam integriert wurde. Er netzte in seinem ersten Spiel auf Aktiv-Ebene sogleich zweimal ein!

Das zweite Spiel lief ganz nach unserem Gusto. Gegen aufsässige Nuglarianer (nicht Nigerianer) fuhren wir die ersten zwei Punkte der Saison ein. In diesem Spiel lief einer besonders heiss! Simon (ohne Garfunkel) „Mika Zibanejad“ Rattaggi liess unsere Spielerbank, welche wie immer mitlitt und emotional kaum zu bändigen war, kurzerhand Lambada tanzen. Nach seinem dritten persönlichen Treffer flogen die Kopfbedeckungen in Richtung Spielfeld und der Mob johlte inbrünstig.
Der Match (mit Gilbert Gress, Raini Salzstreuer und Dave „die Wade“ Dollée) entschieden wir mit 8:4 für uns.
hämische Bemerkung: Einen kurzen Moment wurde es still in der Halle. Der Torhüter des Gegners, zeigte nach einem Stockschlag unsererseits auf sein edles Greiforgan (Adi du Wöudsou!), eine preisverdächtige Einlage, bei welchem sogar Vertreter des italienischen Fussballs gediegen einen sanften Applaus gespendet hätten. Man hätte fast denken können, dass in der altehrwürdigen Nunninger Dorfhalle gerade jemand angeschossen worden ist. Der Ersatztorhüter (Feldspieler (mit Torwarterfahrung?)), zeigte ein solides Handwerk, chapeau!)

1 Sieg, 1 Niederlage, 1mal verschlafen und 1mal hellwach…die Reflexion der ersten Runde klingt jedes Jahr ziemlich ähnlich…business as usual halt…;)

Spielberichte 9. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Herren lieferten saubere Büez zum Saisonabschluss

Anwendungshinweis: Dieser Bericht enthält Sequenzen aus den letzten zwei Meisterschaftsrunden.

Die letzten Schweisstropfen fallen auf den Hallenboden nieder.  Der Wind grüsst pfeifend das versammelte Unihockeyvolk im Gerbrunnen und umgarnt die hochgezogenen Leibchen ehemaliger Trimbacher Taktikfüchse und Wadenbeisser. Die undichte Fensterkonstruktion macht augenscheinlich die schlechteste Figur aller Protagonisten in der Halle. Heimspiel, das ist der Tag, an welchem der schüchterne Finanzberater von nebenan auf dem Feld zum Tier wird und nach einem Torerfolg zum einbeinigen Regentanz ansetzt. Das ominöse Horn erklingt und bei den Spielern setzt die Schnappatmung ein. Ja wir haben es tatsächlich geschafft, wir haben den vierjährigen Gerbrunnen-Fluch endlich besiegt! Dank einer fast lehrbuchmässigen Defensivleistung und der nötigen Schlitzohrigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse, besiegten wir Basel (5:2) und den Fluch, über welchen wir vor der Meisterschaftsrunde spitzbübisch philosophierten. Die Philosophie hat übrigens eine ähnliche Wirkung wie Alkohol. Die Reise ist nicht besonders zielführend, aber der Weg führt durch schöne Landschaften. Im ersten Spiel erkämpften wir uns ein 6:6 gegen Nunninger, welche an diesem Tag das Verlangen hatten, besonders kreativ zu sein. Nur so ist zu erklären, wieso sie bei gefühlt jeder dritten Aktion irgendwelche Kasperletheater oder sonstige Einlagen mit ihren Stöcken produzierten. (Anm. der Red.: Unser Alain ist mit seinen Vorführungen immerhin ab und zu erfolgreich.)

Wenn du am Samstag nichts trinkst, hast du am Sonntagmorgen Jesus nichts zu beichten. Zum Glück befolgte keiner der Teamkollegen dieses Zitat meines Bündner Vermieters aus Trin Dorf. Alle waren fit und munter in Nunningen angekommen (zumindest oberflächlich gesehen, unter ihnen Zwei, welche in der Nacht aus Turin zurückkamen). Beichten mussten wir im Anschluss an das erste Spiel trotzdem. Gegen Mümliswil setzte es eine knappe 4:5 Niederlage ab. Ein erstes Highlight des Tages wurde aber schon vor dem ersten Bully bekannt. Coach, Haudegen, Taktikminister, “das Organ“…es gibt viele Worte und Bezeichnungen welche auf ihn zutreffen. Andy Schenker gab an der letzten Runde sein Comeback auf dem „Bitz“ und führte an diesem Tag eine besonders feine Klinge. Mit vier Scorerpunkten (2 Tore) aus Zwei Spielen zeigte er eindrücklich, dass er den praktischen Teil unseres Sportes – im Ernstfall angewendet – nicht verlernt hat. In der zweiten Partie des Tages gegen Nuglar St. Schwarzbubenland zeigten wir uns mit einem 9:6 Sieg von unserer starken Seite und verabschiedeten uns von unseren treuen Fans (merci boggu, danke, danggscheen, danka, grazia fetg, fänks ä lot!) in die kurze Frühjahrsputzpause.
Den Tag liessen wir in einer Gaststube in Trimbach mit Fleisch, Fachsimpelei, nicht jugendfreien Phrasen, unzüchtigem Gelächter und Diskussionen über kochtechnische Höhenflüge wie beispielsweise Löru’s Sugo ausklingen. Das Team trifft sich bald zum offiziellen Saisonabschluss, bei welchem mit selbstgemachtem Speis und viel eingekauftem Trank das Geschehene Revue passieren gelassen wird.

Nach der Meisterschaft ist quasi vor dem Cup. Schon bald geht es im Gerbrunnen wieder ums Eingemachte (nein nicht Omas Himbeer-Konfitüre). Hierbei messen wir uns in der ersten Cup-Runde gegen Baden-Birmenstorf, welche eine Liga höher spielen.  Manne ad Arbet!

Hochachtungsvoll
Der, der unters Fässli mues

Spielberichte 7. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Drei von Vier Halbzeiten tiptop!

Der folgende Text ist für Kinder unter 16 Jahren nicht geeignet.

Düsteres Licht, aus einer heruntergekommenen Box erklingen die magischen Klänge Antonio Vivaldi’s Winter. Der Schreiberling versucht das Geschehene in Worte zu fassen. Immer wieder wirft er einen verwirrten Blick durch das Fenster nach draussen und kratzt sich an der Dunstkiepe. Die malerische Silhouette der Signina-Gruppe brennt magisch im schönen Abendrot. Plötzlich betritt der Bruder des Schreiberlings die Wohnung und meldet sich lautstark an. Schlagartig riecht es nach Arve und Weltmännischkeit. Er reisst den Buchstabenjongleur aus seiner Absorption. Sie drücken sich zur Begrüssung wie ein Gorilla sein Junges. Es wird Zeit für unsere Lieblings-Jahreszeit: Abendessen. Die Eltern warten draussen, das Mahl nahmen wir wie meist wenn wir „dobe“ sind, im Parlatsch ein. Diese Abende laufen meist gleich ab, der Garçon wird zur Tafel gebeten, er kennt uns, die Bestellung lautet immer gleich: Capuns, guter Rotwein und einen Schnaps für den Geschmack.
Am Nebentisch setzen sich zwei braungebrannte Bodybuilder, sie sehen aus wie die Surfer von den Stränden Malibu‘s. Heute lade ich zum Gaumenschmaus ein, mein Bruder spricht vom Hindukusch, ich entgegne: „Gesundheit“. Gellend lachen wir über die wohlplatzierte Pointe, sogar die zwei Botox-Visagen nebenan würden gerne mitlachen, leider scheint dies seit ihrer letzten Behandlung nicht mehr möglich.

Soviel zum Thema schöne Traditionen pflegen. Leider hat sich bei uns im Herren-Team eine negative Tradition eingeschlichen, nämlich das verschlafen der Startminuten.

Es stand eine sehr wichtige Runde auf dem Programm. So trafen wir auf zwei Mannschaften, welche hinter uns klassiert waren. Das Ziel war klar: Zwei Siege einfahren, um dem Abstiegskampf definitiv die Hand zu schütteln und aus dem Hause zu bitten. Die erste Halbzeit gegen Bubendorf können wir getrost überspringen und in die Tonne knallen, denn das war gar nix, 0:3.
In der zweiten Halbzeit fanden wir diesen vielzitierten und ominösen Schalter, konnten ihn mit viel Kampf und Krampf umlegen und bis kurz vor Schluss auf 4:5 verkürzen. In einer Megadruckphase unsererseits gelang uns Zwölf Sekunden vor dem Ende der vielumjubelte Ausgleich. Das Spiel endete 5:5. Den Kopf nochmals aus der Schlinge gezogen!
In der zweiten Tafelrunde des Tages stand Oensingen auf dem Menüplan. Die Geschehnisse dieser Partie sind kurz und knackig erzählt. Wir spielten von Beginn weg souverän und nutzten die Fehler des Gegners gnadenlos aus. Unsere Schüsse fanden regelmässig den Weg ins gegnerische Netz und nach einer kurzen kreativen Pause unsererseits mit zwei Gegentoren fuhren wir nach Fahrplan fort. Der gute Alain hatte sogar die Möglichkeit per Penalty das Score zu erhöhen. Mit einer „Zorro-Einlage“ setzte er den Ball über das Gehäuse. Es sei dir verziehen ;). Weiter zu erwähnen sei Löru’s sechs Tore-Spiel, Chapeau! Am Ende resultierte ein ungefährdeter 12:5 Erfolg.

Hochachtungsvoll
A‘, Hat ein neues Hobby entdeckt: Das erkunden lyrischer Landschaften. Hier eine kleine Kostprobe meines lyrischen Wirkens:
Ich bin kein Pfau und keine Frau, sondern ein Mann, der moderieren kann, mit Fun und wenn alle Stricke reissen, dann werde ich weit reisen, denn Reis schmeckt mir auch gut, besser als ein Hut. N-US;

Spielberichte 4. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Erfolgreiche Runde in Frenkendorf

In turbulenten Zeiten, in welchen adelige noch Adiletten tragen und Arno „von Kurz“ del Curto, welcher eigentlich ein ganz Langer ist, seinen sporthistorischen Rücktritt bekannt gab, bleibt eine Konstante: die alarmierende Entwicklung der Gesellschaft und deren Kommunikation. Es sind Zeiten, in welchen der Schein den höheren Stellenwert hat als das Sein, der Mensch nur dann glücklich ist, wenn er heute mehr hat als Gestern, Morgen mehr als Heute und Übermorgen mehr als Morgen. Oder anders gesagt, wir kaufen Dinge die wir nicht brauchen, von Geld das wir nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht leiden können. In Zeiten, in welcher Dick und Doof nur noch eine Person ist, die Schulden des Einen, das Vermögen des Andern sind, der Mensch lieber seinen Handy-Akku anstatt seines Geistes lädt. Ja meine lieben Freunde der nonverbalen Kommunikation und des Touch-Screen-Wahnsinns, in diesen Zeiten holte das Herren-Team drei verdiente Punkte aus dem Baselbiet.

Gegen Mümliswil starteten wir suboptimal. Früh mussten wir einen 0:1 Rückstand hinnehmen. Von diesem Zeitpunkt an waren wir hellwach und konnten die Kontrolle des Spiels an uns reissen. Bis zur Pause gelangen uns drei Tore zur verdienten 3:1 Führung (2x Ändu, Yves). Nach der Pause markierte Mümliswil diverse Abschlüsse, welche Pädi im Tor oder unsere Jungs auf dem Feld mit guten Blocks neutralisierten. Auf der Gegenseite gelang uns das 4:1 (Kusi). Nach diesem Tor gab es diverse wilde  Szenen, welche den Blutdruck der jeweiligen Protagonisten in die Höhe schnellen liess. Die Stockfreunde aus dem Guldental kassierten nach einer unübersichtlichen Aktion eine 5‘-Strafe. Kusi fasste aus dieser Aktion eine 2‘- Strafe und wanderte in die Kühlbox. Ein Bild aus früheren Zeiten entstand, als Ändu mit einer weiteren 2‘ sich zu Kusi gesellte und die Coray’s wiedermal zusammen die Wolldecke fassten. Aus diesen Strafen resultierten keine Resultatveränderungen. Diese gab es kurz vor dem Ende, als Adi und Ändu zum verdienten Schlussstand von 6:1 einchippten.

In der ersten Halbzeit des zweiten Spiels rannten wir oft den schnellen und flinken St. Pantaleoner Schwarzbuben hinterher, konnten aber mit einer ungewöhnlich starken Effizienz überzeugen. Zur Pause führten wir mit 3:1 (Löru, Kusi, Yves). In der zweiten Hälfte überschlugen sich die Ereignisse. Viele Tore und körperbetonter Unihockeysport wurde geboten. Nuglar konnte jeweils auf ein Tor aufschliessen, ehe wir postwendend mit einem Tor antworten konnten und die 2-Tore Führung wieder herstellten. Dieser Schlagabtausch ging bis zum 8:6 weiter. Zu diesem Zeitpunkt kassierten wir eine 2‘ Strafe, welche Nuglar mit 4gg2 zum 8:7 ausnutzte. Kurz vor dem Ende unternahmen wir alles, um den Ausgleich zu verhindern. Leider mussten wir den achten Gegentreffer doch noch hinnehmen, dies bei 4gg3. Alain setzte seinen Trick-Shot eine Sekunde vor dem Ende knapp übers Gehäuse. Wäre diese Aktion von Erfolg gekrönt gewesen, hätte sie sogar Mutti Merkel ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert. Mit einem spektakulären 8:8 wurden die Punkte geteilt. (Tore: Simi Rattaggi, Adi, 2x Kusi, Ändu)

Wir haben nicht die ganze Tafel Schokolade gekriegt, aber wenigstens ein paar Riegel.

Sin seveser, danke Volker!

Andreas „Pispers“ Coray: Ist auch nicht besser als die Anderen, driftet gerne mal ab und pisst gegen den Wind.

Spielberichte 3. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Kleine Ausbeute aus erwartet schwieriger Runde

Liebe Freunde der Tanzmusik und des Breitensports. An der dritten Meisterschaftsrunde in Bubendorf bekamen wir es mit dem aktuellen Leader Basel United und der Nummer Zwei aus Nunningen zu tun. Es kam der erwartet schwierige Spieltag  auf den Trimbacher Stockschwingklub zu. Der Hahn krähte uns um halb sieben aus den heimelig warmen Nachtgemächern. Im Leinfeld angekommen, begrüssten sich weder Schlafmützen, Alkoholfahnen noch halblebendige Gestalten. Das waren gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Runde, welche für uns schon um Neun Uhr in der Früh begann.

Erster Gang: Basel United. In der ersten Halbzeit kontrollierten wir das Geschehen auf dem „Bitz“. Beide Seiten verzeichneten diverse Abschlüsse. Der einzige Unterschied war, dass wir das Tor dreimal trafen. Zur allgemeinen Erheiterung unseres Lagers, führten wir souverän mit 3:0, als das Pausengeläut die Grundmauern des Bubendorfer‘ Sporttempels zum ersten Mal zum Vibrieren brachte. Die Devise war klar, in der zweiten Halbzeit gleich auftreten und das Ding nach Hause bringen.
Leider schafften wir es nicht, die gute Leistung der ersten zwanzig Minuten zu bestätigen. Basel drückte nun mit aller Kraft. Stellungsfehler und eine zu wenig aktive Deckung unsererseits brachten die Bebbi zurück ins Spiel. 3:3. Beide Equipen holten nun alle Restenergien aus ihren Adonis ähnlichen Feinkostfriedhöfen heraus und setzten nochmals zu explosiven Kurz, Brienzer und Wyberhoogge an. Jedes Team erzielte jeweils einen Rahmen zum gestellten Schlussresultat von 4:4. Ein intensives Spiel, welches zum Schluss auf beide Seiten hätte kippen können.

Zum zweiten Gang zogen wir uns gegen Nunningen die Zwilchhosen über. Die dünn besetzten Schwarzbubenländler spielten schläfrig, abwartend aber sehr effizient. Mit dieser Spielweise kamen wir überhaupt nicht klar. Wir konnten unser Spiel nie wirklich aufziehen, waren teilweise unachtsam und fehleranfällig. Zudem fanden unsere Abschlüsse zu 90% nur die Beine des Gegners und nicht den Weg bis zum gegnerischen Gehäuse. Als das Horn von Gondor erklang, führte der Gegner mit 2:3. In der zweiten Halbzeit war das gleiche Bild zu sehen. Wir rannten immer einem Tor hinterher. Als wir kurz vor Schluss Pädi durch einen vierten Mann ersetzten, netzte Johnny Supertechniker noch zum Endresultat von 4:6 für den Kontrahenten ein. In diesem Spiel wären Punkte definitiv machbar gewesen Leider gehörte dieses Spiel zu den schwächeren der bisherigen Saison. Ein Teelöffel weniger verkrampft Spielen und dafür mehr Abgeklärtheit und Mut hätte definitiv nicht geschadet. Hierfür ein Beispiel aus dem Alltag: Sitzt da ein Mann mit Glatze mit dem Rücken zu dir, gehst du zu ihm hin. Nun tätschelst du seinen kahlen Kopf und sagst hämisch:“ Test, Test, one, two, three, Test…!“

Dieser Spieltag ist ein bisschen mit dem Verzehr eines zu lang gebratenen Stück Fleisch zu vergleichen. Mit Vorfreude gestartet, gefolgt von einer zähen und mühsamen Verspeisung und schlussendlich nicht wirklich zufrieden mit dem Geschehenen. Nun müssen wir wieder über die Bücher. Christian Streich würde es so formulieren:“ Am beschte machsch de Telefon aus, schausch‘ de Tabelle nit an, bringt eh alles nix. Spielsch! Übsch!“

Sin seveser

A.C., hat die Freude an extremen Hobbys entdeckt. Ganz toll ist es, im Auto zu sitzen und Leute nach dem Weg fragen. Wenn die Person antwortet immer ein bisschen weiter fahren. Sie oder Er läuft dann automatisch mit bis sie erstaunt bemerkt, welche Strecke wir schon zurückgelegt haben.
Oder auch sehr beeindruckend ist es, extreme Orte zu besuchen. Hierbei packte ich mein Bobbycar und ein paar belegte Brote und machte mich auf den Weg zu den Hells Angels. Als ich dann dem Türsteher gegenüber stand, welcher einen Schal aus Leichen trug, musste ich schleunigst Land gewinnen.

Spielberichte 2. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

In der Meisterschaft angekommen
Den Fehlstart der ersten Runde korrigierten wir mit Erfolg. Die Pferde im Nebel gesattelt, erwartete uns in Balsthal die Sonne. Vor der Halle wurden Sonnenbrillen an alle geschundenen Augenlidträger der Jura-Südfüssler Nebelschmöcker verteilt. Die Voraussetzungen schienen nicht optimal zu sein, anstatt zweier motivierten Teamkollegen, luden wir Scheintote, nach Luft und Lebenswillen schnappende Gestalten in die koreanische Hämorrhoiden-Schaukel ein. Ohnehin war das Matchblatt mit nur Sieben Feldspielern dünn bestückt.

Entgegen den Erwartungen, war das Spiel gegen Oensingen eine deutliche Angelegenheit. Wir nahmen das Spieldiktat von Minute Eins an in unsere Hände und spielten mit einer gloriosen Leichtigkeit. Oensingen setzte vereinzelt Nadelstiche, welche von unserem Goalie-Debutanten Pädi allesamt neutralisiert wurden. Auf die Frage, wieso er nach dem Spiel ein solch schmerzverzerrtes Gesicht ziehe, witzelte er:“ Die Nadeln steckten verdammt tief!“ Bandenhobel Kusi Del Coray schwang die Arno’sche Peitsche an der Bande. Stilsicher wie eh und je mit Brille auf dem Kamin, trieb er die Mannschaft an. Zur halbzeitlichen Rast führten wir 7:0. Nach der Pause liessen wir den Schlendrian nicht einkehren (auch Köbi, Housi und Sepp nicht) und zogen unser Spiel durch. Die Lions legten ihrerseits nochmals zu und erzielten den Ehrentreffer. Auf der Resultattafel hing das Schlussresultat 11:1. (Das Gascho Krawallbrause/Ballerbrühe wird nachgeliefert, Anm. der Redaktion)
Tore: Janic, Alä(2), Adi(3), Simu(2), Ändu(3)
Assists: Joel(2), Janic, Alä(2), Adi(2), Ändu(2)

Vor dem zweiten Spiel gegen Bubendorf gab es noch ein paar quietschfidele Wortwechsel mit dem gut gelaunten Schiri, getreu nach dem Motto:“ Wie heissen nochmals Gebäude die geschützt werden müssen?…Denkmal!…mach ich ja, komm aber nicht drauf.“ Oder noch ein Beispiel von Dieter (Name der Redaktion bekannt) im Dorfladen:“ Ich hätte gerne einen Liter Milch.“ Verkäuferin erwidert:“ Wir haben nur Fettarme!“ Dieter ganz keck:“ Ja das sehe ich, ich hätte trotzdem gerne einen Liter Milch.“ Zudem gab es zwei Mutationen. Kusi kam für Joel ins Spiel, welcher im Sauerstoffzelt neue Lebensenergie tankte. Zudem verliess uns Simon Hug, für ihn fand Lorenz Gurzeler den Weg in die Sportstätte. Genau dieser Flegel eröffnete das Spiel mit einem Paukenschlag. Unsere dezimierte Möhrli-Gang sass noch nicht mal auf der Bank, schon hing der Ball im Netz. Löru erzielte quasi vom Bully-Punkt die Führung. Das Spiel war ein offener Schlagabtausch. Zum Pausengetränk konnten wir mit einem 4:2 die Teetassen klingeln lassen. In der zweiten Hälfte gelang uns nicht mehr viel, die Kräfte verliessen uns mit jeder Minute mehr. Knabendorf netzte hingegen noch zweimal ein. Nach einem Pfostenschuss kurz vor Schluss unsererseits, endete das Spiel gestellt. 4:4
Tore: Löru, Janic, Ändu(2)
Assists: Kusi, Alain

Drei Punkte haben wir aus dem Thal entführt, eine erfolgreiche Runde. Ein Lob an die Schiedsrichter, souveräne Leistung! Die Liga sieht auf den ersten Blick wieder ausgeglichen aus. So trennt den Dritten und den Neunten nur einen Punkt.
sin seveser
Andreas Markusson, hat im NationalGeographic gelesen, dass Alligatoren auch an Land schneller sind als Menschen…im Wasser ist klar…aber auch an Land rennen die Biester schneller als Menschen. Das bedeutet doch, dass wenn man gegen einen Alligator im Triathlon antritt, hervorragend Rad fahren muss, wenn man das Ding noch gewinnen will.

Spielbericht 1. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Fehlstart in Liestal

Das Herren-Team startet denkbar schlecht in die neue Saison. Gegen Sissach und Liestal mussten wir jeweils als Verlierer vom Feld schleichen, obwohl wir phasenweise vor allem defensiv sehr ansehnlichen Unihockeysport zeigten. Zwei alte Laster kosteten uns die Punkte: Die Chancenauswertung und die Unkonzentriertheit nach fragwürdigen Entscheidungen.

In der ersten Halbzeit des Saisonstarters gegen Sissach war keine Spur von gegenseitigem Abtasten erkennbar. Beide Teams legten eine wilde Performance aufs Parkett. Dies erinnerte mich an die ähnlich wilde Darbietung eines Schreiner-Schnupperlehrlings zurück, welchen wir in diesem Sommer betreuten. Dieser hormonell übermotivierte Drittnamen-Bengel der Marke Dustin-Kevin-Jason zeigte ein beunruhigendes Bild der heutigen Jugend auf. (Klar, es sind nicht alle so.)
Ähnlich dramatisch steht es um unsere Kaltblütigkeit vor dem Tor. Ein ums andere Mal sündigten wir vor dem gegnerischen Gehäuse. Nico Stampfli glich kurz vor der Pause den Rückstand doch noch mit einem schnippischen Handgelenkchip aus (Pass: Hug). Pausenstand 1:1.
Nachdem A. Coray via Weitschuss (Pass: Dobler) auf 2:1 erhöhen konnte, artete das Spiel aus. Wieder einmal flogen die Spieler in und über die Banden. Unser werter Schiri, ein paradiesischer Alt-Hippi mit Hang zum Wahnsinn, verlor das Spiel komplett. Indiz: Vor dem Spiel mussten wir sogar noch zur Spielerkontrolle antraben, schon da ahnten wir das Unheil kommen. Denis schied zudem mit einer Bänderverletzung aus. Sissach seinerseits konnte das Spiel drehen und kurz vor dem Ende zum 2:4 ins verlassene Tor einnetzen.

Nochmal zurück zu Dustin-Kevin-Jason: Da stand der aufgeblasene, pubertierende Halbhohe vor mir und musterte mich von oben bis unten und legte plötzlich los (ich hatte eine kurze Hose an):“Boa ey Andreas, ist echt ein No-Go deine „unfreshe“ Beinbepelzung. Wenn du richtig Erfolg beim „adden, daten oder socializen“ der Frauen haben willst, musst du dir die Beine rasieren“. Diese Worte aus dem Munde eines 14-Jährigen, in solchen Momenten bekomm ich immer Adrenalinschübe. Ich ignorierte die Vorführung dieses Klappspaten und zeigte ihm das erste Übungsstück.
Beim Mittagessen fiel mir auf, dass er vegan speiste. Meine Wenigkeit packte ein gutes Stück Fleisch aus und verspeiste es nach dem Mikrowellengang genüsslich. Er fiel total in ein Loch:“ Das Fleisch macht dich kaputt! Du isst viel zu viel Fleisch…die Umwelt!“ und ass einen Reisspuffer und trank sein Bio-anti-aging-Kokoswasser. A:“Reisspuffer hat man früher zum Fenster dichten oder als Pinnwand benutzt! Das Fleisch soll mich kaputt machen? Nein, ich bin ein 90er, wir haben so viel ausprobiert, getrunken und gegessen, das Fleisch macht mich nicht kaputt!“ Die Debatte war eröffnet…

Das Spiel gegen Liestal begann ruhig und kontrolliert. Die Teams steigerten das Tempo aber zusehends. Zwischendurch gab es grenzwertige Szenen. Unsere Bank blieb über das ganze Spiel einigermassen ruhig. Im ersten Match tobte der Mob regelmässig, die Konzentration kam so stets abhanden.
Zur Pause lagen wir mit 1:2 zurück, Joel Müller konnte mittels Weitschuss reüssieren.
In der zweiten Halbzeit gab es wenige Torchancen, die Teams fanden den direkten Zug zum Tor nicht mehr und der Ball wurde kontrolliert in den Reihen gehalten. Nach dem 1:3 verkürzte Alain Hurni mit einem frechen Backhander (Pass: A. Coray) auf 2:3. Kurz vor dem Ende nutzen die Liestaler einen Stellungsfehler zum 2:4 aus. Joel traf Sekunden vor der Sirene nochmals mit einem strammen Weitschuss zum 3:4 (Pass: Dobler). Bei diesem Resultat blieb es bis zum Schluss.

… Am Ende des Tages hatte der Lümmel die Übungsrahmeneckverbindung fertiggestellt, rief mich und sagte nur:“ bääm!“, zückte sein Handy und schoss ein Selfie von sich mit dem Übungsstück und stellte das Foto (kein Scherz) sofort auf Instagram. „Andreas, das Teil hab ich easy fresh gerockt“. Der Arbeitskollege kam hinzu und entgegnete ihm trocken:„Nein hast du nicht, das hat mit rocken überhaupt nichts zu tun. Rock’ n Roll ist meiner Auffassung nach Elvis Presley, AC/DC, Foo Fighters, Metallica, Rolling Stones, Status Quo etc. und du bist gerademal Evolutionsstufe Justin Bieber.“
Es wurde jedenfalls eine lange und nervenaufreibende Woche, hoffentlich wird unsere Saison nervenschonender! 😉

Möglichkeit zur Korrektur des Fehlstarts haben wir bereits am 14.10.2018. Gegen Oensingen und Bubendorf stehen in Balsthal die nächsten Spiele auf dem Programm.

Hochachtungsvoll

Andreas Coray, mag die bald wieder startende Faschings-Zeit nicht. Denn ich wurde zum Umzug eingeladen und war der einzige der verkleidet war, alle anderen haben Kisten und Möbel geschleppt.