Spielberichte 3. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

Ohne Sieg an der 3. Meisterschaftsrunde
Freunde, Römer und Nachbarn! Leiht mir bitte eure Augen!
Sonntagmorgen 12.11.17…schon wieder November? Bald Weihnachten? Es stürmt, ich rette mich in meine koreanische Importkutsche und drehe das Radio an. Ed Sheeran dudelt, er sieht wieder einmal Feuer und ich frage mich nur, was dieser gute Mann zum Frühstück hatte. Ich sehe nur Wolken, die Tränen Gottes vom Himmel fallen und eine leere Tüte Chips auf dem Beifahrersitz. Ich reite los auf meinem Korea-Schimmel. Wenig später ist das Auto gefüllt, um beim Treffpunkt im Leinfeld den Rest der Rockband zu treffen und im Konvoi loszufahren. Die Reise führte uns in das architektonisch humorlose Kaiseraugst. Die Gegner: Känerkinden und Zeiningen, die einen sogar mit Bohrmaschinen.

Känerkinden vs. UHC Trimbach
Das Spiel startete, wie fast jedes in dieser Saison, mit einem frühen Rückstand.  Känerkinden verwertete einen rasch vorgetragenen Angriff via Nachschuss zum 1:0. Die grosse Anhängerschaft des Gegners durfte schon ein erstes Mal dezent eskalieren. Auf diesen Rückstand gab Trimbach die richtige Antwort. Hoffmann konnte nach Binder’s energischem Nachsetzen, die gelöcherte Kugel alleinstehend vor dem gegnerischen Gehäuse unter das Quergestänge befördern. Genau dieser Hoffmann sollte der Hauptdarsteller der nächsten Szene werden. Dies, infolge einer überhasteten Aktion, in welcher sein Rückpass im eigenen Tor landete…heitere Fahne! Kein Problem, Mund abwischen und weiter „chrampfe!“ Nun nahm die Intensität immer mehr zu. In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit dominierte die Rasse anstatt der Klasse. Ein sichtlich verunsicherter Schiedsrichter in gelbem Gewand, konnte der ruppigen Partie auch keinen Seelenfrieden schenken. Man hätte fast meinen können, wir befänden uns am Vereinsfest der ortsansässigen Saftstampfer. Nach einem unglücklichen Freistossgegentor (via Pfosten und Goalie Graf’s Arm) sowie einem Weitschussgegentor (nach fehlerhaftem Stellungsspiel der Trimbacher), ging das Spiel mit 4:1 für Känerkinden in die Pause.

Der zweite Abschnitt startete ernüchternd. Das 5:1 für die Baselbieter fiel nach einem Konter. Diesmal konnten die Solothurner reagieren und Janic Müller versenkte den „Dreh-um-den Gegner Pass“ von Coray zum 5:2. Das Spiel war weiterhin geprägt von Kampf, lamentierenden und in die Banden fliegenden Spielern sowie einem überforderten Schiedsrichter. So bekam Känerkinden zu Recht einen Penalty zugesprochen, welcher kaltblütig verwertet wurde. Nach dem Penalty hatte Trimbach seine mit Abstand stärkste Phase des Spiels. In den folgenden Minuten dominierten die Trimbacher das Spiel und liessen ihre olympischen Körper über den Hallenboden schweben. Es gelangen Tore durch Coray (Direktabnahme nach Pass von Hurni) und Hug (satter Weitschuss in den Winkel) zum 6:4! Diese Pace [Peis] konnte nicht durchgezogen werden und man musste abermals zwei Konter-Gegentore hinnehmen. Einen schönen Schlusspunkt gelang Joel Müller. Er konnte bei 4gegen3 einen eleganten, halbhohen Pass von Rattaggi volley zum 8:5 in die Maschen hauen. Dieser Abnützungskampf ging verloren.

UHC Trimbach vs. Bohrmaschine Zeiningen
Der zweite Tanz begann vielversprechend und mit dem Jahrhundertcomeback von Dominik Hess. Der Haudegen vom Rintelhof chippte das Kügelchen nach Pass von Coray abgebrüht ins Gehäuse. Erster Einsatz, erstes Tor: Welcome back du wilder Hund! Simon „Grabner“ Rattaggi erhöhte nach Zuspiel von Hug per Weitschuss zum 2:0. Guter Start der Agglo-Oltner, welche nach einer Unachtsamkeit das 2:1 per Drehschuss (der absolute Klassiker) kassierten. Trimbach überzeugte mit ihrem Spiel, angetrieben von Coach Schenker, welcher fast so enthusiastisch und leidenschaftlich coacht, wie ein gewisser Bündner Hockeydirigent mit wilder Frisur. Schenker’s Haare hielten dem Stresstest dieses Sonntagnachmittages übrigens ohne Probleme stand. So erhöhte man den Spielstand mit Toren durch Hoffmann (Pass: Binder) und Coray (Pass: Hess) auf 4:1.

Nach dem Pausentee ging es ziemlich unverändert weiter. Inzwischen musste Joel Müller die Segel streichen. Er fiel mit einer Verletzung aus. Nico Stampfli knetete kurz die Waden durch, um wenig später bei seinem ersten Einsatz an diesem Tag nicht warm zu sein, nein…der Jüngling war on fire! Erster Einsatz, Assist auf Rattaggi, Tor! Wenig später erzielte er trocken wie ein Furz per Freischlag das 6. Tor der Solothurner. Nun hiess es 6:3. Dejà-vu! Vorsprünge über die Zeit zu bringen ist noch nicht die Stärke Trimbachs. Zum dritten Mal musste man kurz vor dem Ende noch den Ausgleich hinnehmen. 6:6, Ende. Aus. Vorbei. Gäbe es in diesem Sport Banden wie im Eishockey, Schenker hätte sie zugeknallt wie Arno höchst persönlich.

Die Runde ist vorbei. Im Auto sitzend, lassen wir die Spiele Revue passieren. Wir haben nur einen Punkt geholt, das war definitiv anders geplant. Die Gruppe ist eng, alles offen! Im Radio läuft die Liveübertragung des Barrage-Krachers Schweiz-Nordirland. Zuhause angekommen wartet ein gutes Stück Fleisch und der Rest des Fussballspiels im TV. Der Mann aus Sursee versemmelt wieder beste Chancen. Sascha Ruefer beisst fast in die Tischkante. Nachdem Rrrricardo Rrrrrrodriguez auf der Linie klärt, ist die Quali geschafft, Ruefer den Tränen nah. Wir dürfen nächsten Sommer wieder die Nationalhymne anstimmen und hoffentlich am 3. Dezember nach der vierten Meisterschaftsrunde ebenfalls wieder positive Nachrichten verkünden.

Hochachtungsvoll Andreas Coray alias der Mann aus Lostorf