Spielbericht 7. Meisterschaftsrunde Herren 4. Liga KF

4 Punkte? 4 Punkte!
Donnerstag nach der Meisterschaftsrunde, mein Bruder Markus C. oder besser bekannt als M. Coray (Name der Redaktion bekannt, Markuuus bissoguuett!) und meine Wenigkeit, standen vor der eindrücklichen Fassadenmalerei einer überregional in aller Munde stehenden, altschweizerischen Trinkstube. Wer dieses sympathisch anmutende Speiselokal betritt, weiss in der Regel schon bevor sie/er die ehrwürdige Tür öffnet, welches Gericht mit  Hochgenuss verschlungen wird. Wir setzten uns an den Stammtisch und bestellten beim authentisch-mürrischen Beizen-Original den Klassiker mit Frites. Als ich verlauten liess, dass ich meine Gaumenfreude doch bitte ohne Zwiebeln auf dem Teller will, liessen die ersten Sprüche nicht lange auf sich warten – und nein, ich musste an diesem Abend nicht mehr herumschmusen. Nachdem sie ihren Popo hinter das Buffet schwang, diskutierten wir auch über den vergangenen Spieltag. Nach dem Verzehr des Klassikers, betraten wir in diesem Gasthaus spontan Neuland. Ein Dessert sollte unserer Körperpflege zugeführt werden. Die Speisekarte inklusive Nachspeisen wurde uns zugehalten. Zum ersten Mal in x-Jahren  unseres Besucherdaseins, hielten wir die zuvor nie gesehene Speisekarte in den Händen. Leicht verstaubte und abgenutzte Seiten wurden auf Zuckerbomben durchsucht. Ein Wiener Eiskaffee sowie ein Zwetschgen Sorbet sollten es sein. Die Glace- und Sorbetkugeln, welche in Kirsch- bzw. Zwetschgen Schnaps ersäuft waren, liessen unsere sonst schon fröhlichen Gemüter erheblich erheitern… Eine solch gute Stimmung herrschte auch am Sonntag 25. Jänner, an der 7. Runde im aargauischen Zeiningen…

Zum ersten Kampf in der etwas düsteren Halle, trafen wir auf die wilden Hot-Dogs aus Sissach. In den ersten Minuten beschnüffelten sich die Teams mehrheitlich ohne gross Akzente zu setzen. Auf beiden Seiten wurden diverse Abschlüsse abgegeben. Diese Versuche, Jubelekstasen auf den Spielerbänken auszulösen, wurden von den beiden Torhütern humorlos zu Nichte gemacht. Nach gut zehn Minuten traf Coray (Pass Dobler) mit einem halbhohen Chip in die weite Ecke  zum 1:0. Nach diesem Ereignis erwachte auch der Komiker im pinken Hemd. Prompt legte der verwirrte Spielleiter eine bühnenreife Show auf das Parkett. Wir kamen uns vor, als sässen wir im Zelt in Aarau und lauschen den Pointen Divertimento’s. Der dezent abwesend scheinende Herr pfiff auf beiden Seiten fragwürdige Situationen. Klar, die Schiedsrichtertätigkeit auszuüben ist kein Zuckerschlecken, aber bei solch einem Desinteresse, wäre er besser zu Hause geblieben. Zu unserem Glück durften wir auch im zweiten Spiel seine unvergleichliche Ausstrahlung auf dem Feld geniessen. Sissach erzielte vor der Pause via Weitschuss den Ausgleich. Das Unentschieden ging zu diesem Zeitpunkt in Ordnung. Nach der Pause zog ein kleines Unwetter in der Halle auf. Plötzlich regnete es Tore wie aus Kübeln. Bis paar Minuten vor dem Ende trafen Hoffmann (Pässe Gurzeler) und Coray (Hattrick, Pässe Hurni) je zwei Mal. 6:5 stand es als Hoffmann seinen Hattrick ebenfalls komplettierte und uns in Führung schoss. Als ein Sissacher kurz vor Schluss vor dem eigenen Tor ein kleines Päuschen einlegte, bedankte sich Hoffmann spitzbübisch und schob zum vierten Mal ein. Mit diesem Treffer zum 7:5 endete die Partie für unsere Farben erfolgreich.

Im zweiten Akt des Tages trafen wir auf Fricktal. Auf dem Papier eine klare Angelegenheit, sollte dies auch im Match so sein. Wir kontrollierten das Geschehen mehr oder weniger nach Belieben. Die Fricktaler probierten alles, spielten gut mit. Ihre Angriffsbemühungen verpufften bis auf wenige Ausnahmen an unserer soliden Defensive.
Auffällig an diesem Tag: Das Power- und Boxplay funktionierten sehr gut. Alle Überzahlmöglichkeiten münzten wir in Tore um. Bis auf eine, überstanden wir alle Unterzahlsituationen. Rattaggi mit einem schönen Freistosstor (Pass Bühler) und Hurni mit einem dreckigen Tor (Pass Dobler), brachten zu Spielmitte so etwas wie die Vorentscheidung. Auch die eher unkonventionelle, athletische Ballabgabe von Torhüter Geiser über das eigene Gehäuse war witzig anzusehen. Unser Freund und Helfer in Pink überraschte uns immer wieder mit einem pfiffigen Komödienfeuerwerk aus dem Hause „ich bin nur wegen des Geldes hier“.  Als Denis Stampfli in der effektiven Spielzeit (Pass Hoffmann) das Netz zum siebten Mal zum Zappeln brachte, war der Drops endgültig gelutscht. Mit 7:3 beendeten wir auch die zweite Partie erfolgreich und holten zum ersten Mal in dieser Saison vier Punkte! Vier Punkte, Balsam für die Seele oder in meinen Worten: Die Edelkonfitüre auf dem Crêpes des Glücks. Weitere Torschützen: Gurzeler, Hoffmann, Hurni und Hug. Letzterer packte wieder einmal seinen schnittigen Drehschuss in den Winkel aus.

Somit grüssen wir vom zweiten Tabellenplatz! Flüh scheint schier uneinholbar auf dem Thron zu sitzen. Aber, alle Spiele müssen zuerst gespielt sein 😉

Hochachtungsvoll
Andreas C. (Name der Redaktion unbekannt), Klang- und Beschallungstherapeut mit Schwerpunkt Wortspielereien und heavy metal. Im Besitz des Masters in Klangschalen-HipHop der musikalischen Akademie für besonderes Musizieren Gänsbrunnen